Verhalten auf Freilaufflächen

Verhaltensempfehlung auf Freilaufflächen

 

Das Entsorgen des Hundekots in den dafür vorgesehen Abfallbehältern sollte auch auf Freilaufflächen eine Selbstverständlichkeit sein.

Kinder sollten in der Nähe ihrer Eltern bleiben. Ein Kind sollte nie alleine mit dem Hund eine Freilauffläche besuchen. Bestenfalls haben die Kinder Hundeerfahrung und sind standfest. Sie sollten wissen, dass nicht alle Hunde wie die eigenen reagieren und das Streicheln fremder Hunde mit den Eltern und den Besitzern der Hunde absprechen oder besser unterlassen.

Andere Hundehalter/Kinder bitte nicht von dem eigenen Hund "belästigen" lassen.

Keine Leckerchen verteilen. Dies bitte - wenn überhaupt - nur auf den eigenen Hund beschränken und auch hier sparsam und der Situation angepasst verwenden. Man schürt zu leicht eventuellen Futterneid. Darüber hinaus weiß man nie, ob ein fremder Hund alles verträgt, Allergien hat oder ob der Besitzer es einfach nicht wünscht, dass sein Hund von Dritten gefüttert wird und sei es nur um unerwünschtes Bettelverhalten zu vermeiden.
Spielzeug in der Tasche lassen. Der eine Hund will spielen, der andere jagen, der nächste will eine ihm wichtige Ressource verteidigen. Bleibt das Lieblingsbällchen eingesteckt, geht man Missverständnissen und ernsthaften Streitereien zwischen den Hunden aus dem Weg.
Stöcke schon gar nicht verwenden. Ein Stock kann sich in den Kiefer klemmen oder - noch schlimmer - im Boden aufrecht stecken bleiben, so dass ein schneller Hund sich diesen in den Kiefer, bzw. Hals rammen kann. Lebensgefahr!

Geschirre können im Spiel Gefahren, wie das Hängenbleiben von Gliedmaßen bergen, ebenso können Kettenhalsbänder die Zähne gefährden.

Jeder Hundehalter hat die Aufsichtspflicht für seinen eigenen Hund und hat diesen über den gesamten Zeitraum im Auge zu behalten. Eventuelle Situationen wie sog. "Mobbing", heftiges Hetzen, Fixieren, Beißattacken, usw. sind möglichst rechtzeitig vor Eskalation zu entschärfen - durch Heranrufen, Splitting oder Irritationen mittels beispielsweise Geräuschen, Wasser etc. Dies jedoch möglichst ohne unbeteiligte Hunde zu treffen oder zu verschrecken.
Sollte ein Hund sich ständig neue "Opfer" suchen und diese vehement drangsalieren, sollte der Besitzer des "Täters" (natürlich am besten bereits im Ansatz) eingreifen. Diese Maßnahme ist wichtig, um die unterlegenen Hunde zu schützen. Oftmals beteiligen sich gleich mehrere Hunde an diesem "Spaß" gegenüber einem Einzeltier, zum Teil werden unsichere Neuankömmlinge schnell dazu gemacht. Bitte die "Opfer" solcher Situationen nicht trösten oder gar auf den Arm nehmen, sondern einfach weiterspielen, -laufen lassen. Nur so kann richtiges Verhalten erlernt werden. Bleibt der verunsicherte Hund in der Nähe des Besitzers, bietet dieser ihm natürlich Schutz. Die "Täter" sollten über ihr unerwünschtes Verhalten durchaus "informiert" und natürlich weiterhin gut im Auge behalten werden.
Aufreitende Hunde bitte unbedingt "runter pflücken", sofern sich der "berittene" Hund nicht dagegen zur Wehr setzen kann oder die sich Situation aufheizt und zu eskalieren droht. Ein wiederholtes Aufreiten sollte unbedingt unterbunden werden, ebenso anhaltendes Ankläffen.

Läufige Hündinnen sollten dem Besuch einer Freilauffläche entsagen.

Welpenschutz gibt es nur im eigenen, gewachsenen(!) Rudel, nicht bei Fremdhunden!

Betritt ein angeleinter Hund die Freilauffläche oder geht an dieser vorbei, sind die eigenen Hunde selbstverständlich abzurufen und gegebenenfalls anzuleinen.

Bei Ankunft eines "Neuankömmlings" zu einer bereits "spielenden" Gruppe, sowie bei Anzeichen für Spannungen und Stress innerhalb der Gruppe, ist es äußerst ratsam, dass sich die Besitzer in Bewegung setzen und, den gesamten Raum der Freilauffläche nutzend, über das Gelände laufen. Somit bleiben auch die Hunde in Bewegung und negative statische Situationen können aufgelöst werden.
Auf einen neu eintreffenden Hund sollte nach Möglichkeit nicht die gesamte anwesende Gruppe zustürmen. Dies wirkt auf den Neuankömmling bedrohlich und kann zu Missverständnissen führen.

Ein funktionierender Abruf des eigenen Hundes ist das A und O beim Freilauf und sollte - falls noch nicht vorhanden - dringendst erarbeitet werden.

Das Landeshundegesetz gilt auch auf Freilaufflächen. Ein bereits vorhandener Leinen- und/oder Maulkorbzwang bleibt bestehen.
Der eigene Hund kann auch durch unerwünschtes Verhalten auf einer Freilauffläche als gefährlicher Hund eingestuft werden, sei es durch "gefahrbringendes" Anspringen älterer Menschen oder Kindern, durch das ernsthafte Verletzen eines anderen Hundes oder wegen einer lustigen Hatz auf ein Kaninchen.

Zu guter Letzt ein Appell:
Wir sind alle Hundehalter! Zur Kommunikation eines Hundes gehören Knurren, Schnappen und manchmal auch ein kurzes körperliches Zurechtweisen, bzw. eine klärende Rauferei. Dies müssen wir akzeptieren. Im Eifer des Gefechtes kann auch mal eine kleine Verletzung entstehen. Nur selten lässt sich in einer solchen Situation der auslösende Part ausmachen, denn auch der vermeintlich Unterlegene, bzw. kleinere Hund kann einen Streit verursachen und nicht jede augenscheinliche Unterwerfungsgeste ist auch tatsächlich eine!
Pflegt untereinander eine vernünftige Streitkultur und klärt eventuelle Konflikte in respektvoller Atmosphäre, ohne unnötige Schuldzuweisungen.

© Nina Voß

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